über

Lotte von der Inde

Traum und Genius Loci

Der Geist des Ortes

Bis heute entzieht sich der nächtliche Traum allem rationalen Begreifen. Wie es kommt, dass wir im Traum Dinge erleben, die uns scheinbar ohne unser Wissen zustoßen und deren Idee doch unsere eigene ist – das bleibt unerforschbar.

 

Wenn ich eine Geschichte erzähle, geht es mir ein bisschen so wie im Traum. Natürlich kenne ich die Geschichte gut – aber wenn ich sie erzähle und verkörpere, geht sie doch einen eigenen Weg, der mich manchmal selbst überrascht.

 

Welche Geschichten bevorzuge ich?
Das hat viel mit der Jahreszeit und dem Erzähl-Ort zu tun – oft geben Plätze oder Häuser ihr Thema schnell preis.
Ich liebe es, ausgelassen und freizügig nach Boccaccio zu erzählen. Genauso liebe ich es, das Unheimliche im alten Japan der Edo-Zeit zu erleben.


Mit Kindern Märchen zu durchwandern, ist mir besonders vertraut und angenehm.


Fast immer begleite ich die Geschichten mit Klängen, wie der Sansula, der Tin-Drum oder der Ocean-Drum.
Ich achte darauf, dass sich das Publikum wohl fühlt und bin mit ihm verbunden. Durch die Nähe mit der Zuhörerschaft entstehen oft nach der Vorstellung Gespräche.

Über mich

Als ich lesen lernte, öffnete sich für mich ein Kosmos der Märchen und Geschichten, in den ich eintauchte, um für immer darin zu verschwinden.

In Bilderbüchern und Märchenschallplatten fand ich als Kind ein Zuhause.

Mit 12 Jahren stand ich zum ersten Mal auf einer Bühne und stellte zu meiner eigenen Überraschung fest, dass dies wohl der geeignete Ort für mich ist. Von da an ging es weiter. Ich besuchte mit 16 Jahren eine Schule für freies Theater, bewarb mich an staatlichen Schauspielschulen – vergeblich. Später wirkte ich bei freien Theaterproduktionen in Aachen und Köln als Schauspielerin und Regieassistentin mit.  

Ich studierte Germanistik, lernte nebenbei den orientalischen Tanz und trat auf Festen und in Restaurants als Tänzerin auf.

Im Jahr 2000 begegneten mir zum ersten Mal im Rahmen des Internationalen Erzählfestivals „Zwischenzeiten“ in Aachen große Erzähler wie Ben Haggarty  https://benhaggarty.com/, Gioia Timpanelli und viele andere Storyteller aus der ganzen Welt, deren Geschichten und Präsenz mich tief beeindruckten.

Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich intensiv mit der Erzählkunst. Für mich hieß das: ausprobieren. Der Übergang vom Schauspiel zum Erzählen nahm einige Jahre in Anspruch. Ich besuchte im Rahmen des Internationalen Erzählfestivals Aachen Workshops mit Ben Haggarty, Laura Simms und Heidi Dahlsveen http://www.maer.de/index.html

https://www.houseofstories.de/

In der Zusammenarbeit mit den Musikerinnen Natalie Becker (Flöte)  http://www.nataliebecker.de/, Regina Pastuszyk (Klarinette) und Dorothea Fehse (Stimme und Percussion) erlebte ich eine wunderbare Fusion von Wort und Klang.

2006 durften Natalie Becker und ich in der Rotunde des Alten Museums Berlin Geschichten nach Ovid auf die Bühne bringen.

2013 und 2014 entstand eine Erzählreihe, die jeden Monat eine andere Farbe thematisierte. Der Aachener Florist Peter Sandlöbes richtete mir dafür jedes Mal einen Erzählraum aus Pflanzenmaterial ein, dessen Farben und Stimmungen stets neu waren.
2014 fanden meine Ideen Anklang bei der Stadt Aachen. In einem Park in sozialer Brennpunktlage, dem Aachener Kennedypark, wurde eine Erzählreihe mit Musik und aufwendigen Lichtinstallationen des Lichtkünstlers Jörg Rost veranstaltet.
2015 startete ich eine Erzählreihe in der Sternwarte Aachen, in der sich alles um die olympischen Götter drehte.

Etwa zu dieser Zeit wurde ich Mitglied im Verband der Erzählerinnen und Erzähler VEE https://erzaehlerverband.org/

Von 2021 bis 2024 war ich Projektpartnerin für Belgien im Erasmus+ Projekt „The Children of Sheherazade“ https://www.children-of-sheherazade.de/partners.html Vier Erzählerinnen aus vier europäischen Ländern haben drei Jahre lang jede Woche für eine Grundschulklasse Geschichten erzählt. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet von der Universität Köln. Erforscht wurde der Zusammenhang von sozio-emotionaler Entwicklung und dem Erleben von erzählten Geschichten bei Grundschulkindern. Drei Jahre lang eine Gruppe von Kindern mit Geschichten zu begleiten, zu erleben, wie sie selbst erzählen und fabulieren, war eine der besten Erfahrungen in meinem Leben.
Ich bin nun über 60 Jahre alt und blicke zurück auf etwa 25 Jahre, in denen ich Menschen jeden Alters Geschichten erzählt habe – auf Festen, Märkten, in Bars und Cafés, in Museen, Theatern, Schulen, Kitas, in Parks, im Moor, ja, sogar mal in der Sauna (das würde ich nicht mehr tun!) Ich empfinde große Dankbarkeit für die Gabe des Erzählens und den Menschen gegenüber, die mich auf diesem Weg begleiten und unterstützen. Der Weg geht weiter, denn eine Erzählerin hört niemals auf zu erzählen.

 

 

Workshops

"Der rote Faden"

Workshop Freies Erzählen

Es gibt Menschen, denen die Gabe des Geschichten-Erzählens in die Wiege gelegt wurde.
Für all die anderen, die gern erzählen möchten, vielleicht, weil sie im Beruf mit Kindern oder alten Menschen zusammen sind, vielleicht auch einfach, weil sie Freude daran haben – für die ist dieser Workshop gedacht.


Die zum Erzählen wichtigen Werkzeuge werden von mir in Ansätzen vermittelt – vieles erschließt sich nur in der Praxis des Erzählens.


Da zu dieser Kunst kein Handwerk erforderlich ist, sondern ein Mundwerk, geht es in diesem Workshop zunächst einmal um Stimme und Sprechen.(Atem, Stimm- und Sprechübungen).


Dann wollen wir uns mit der Struktur einer Geschichte auseinandersetzen (was passiert wem wann und warum?)


Wir schulen unser inneres Auge – unsere Vorstellungskraft – und erfinden neue Räume.
 

Der Workshop ist bislang an Fachschulen für soziale Berufe sowie als Fortbildungsangebot an Erwachsenenbildungsstätten durchgeführt worden. www.elternschule-aachen.de
 

  • Auf Anfrage und bei Vorhandensein größerer Räumlichkeiten kann der Workshop angeboten werden.

  • Die Mindestteilnehmerzahl ist 8, höchstens dürfen es 16 sein.

  • Der Workshop dauert 8 Unterrichtsstunden und kostet 800 EUR plus Spesen u. Anfahrt