erzaehleringrafik 
Biographisches:

Wie wird man Erzählerin?

Diese Frage stellte man mir häufig. Am Anfang stand wohl das Lauschen - ich liebte es, Geschichten zu hören. Mein alter Lateinlehrer war ein geborener Erzähler. Er schwankte als verletzter Zyklop durch die Tischreihen und hielt sich an uns fest, während er die Odyssee erzählte.

Mit 12 Jahren entdeckte ich meine Neigung zum Theater und besuchte schon mit 16 eine Schule für Freies Theater. Später sammelte ich wertvolle Erfahrungen in der Regieassistenz, der Dramaturgie, Organisation und Theaterpädagogik. Theaterspielen ist bis heute ein fester Bestandteil meines Lebens (www.spuerbar-theater.de)

Ich machte Abitur auf dem 2. Bildungsweg und studierte Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaften. Während der Studienzeit erlernte ich den orientalische Tanz und trat als Bauchtänzerin in arabischen Restaurants auf.

In den Niederlanden begleitete ich das Zigeunerensemble "Dzjelem" als Tänzerin (Amsterdam, Heerlen, Sittard).

Etwa zu diesem Zeitpunkt erlebte ich zum ersten Mal Erzähler im Rahmen des Internationalen Erzählfestivals "Zwischen-Zeiten" in Aachen.
Ich war fasziniert und begeistert und begann, gemeinsam mit meiner Theaterkollegin Fatou Lewalter das Erzählen zu erkunden und zu entwickeln – ein langwieriger Prozeß für Schauspieler! Es begann mit Erzählabenden in meiner Küche, doch schon bald war die Resonanz so groß, dass wir von den privaten Räumen in die öffentlichen wechselten.  Wir traten fortan in Cafés auf, machten Erzählspaziergänge und fanden schließlich einen sehr schönen Ort, nämlich die BarMuseo in Aachen. Wir erzählten hier regelmäßig in einem stimmungsvollen, historischen Raum, der Kutscheneinfahrt der ehemaligen Villa Cassalette (heutiges Suermond-Ludwig-Museum). Außerdem veranstalteten wir gemeinsam mit der BarMuseo ein bis zweimal im Jahr in diesem Raum an langer Tafel ein Storydinner.

Seither ist der Fluss des Erzählens tiefer und breiter geworden und hat die Landschaft meines Lebens bereichert. Ich durfte im Alten Museum Berlin in der Rotunde erzählen, im Museum Simeonstift in Trier und hatte vor allem in der Grenzland-Region Aachen/Belgien/Eifel zahlreiche Aufritte, oft begleitet von Musikern.

2013 und 2014 richtete der Aachener Florist Peter Sandlöbes mir einmal monatlich einen thematischen Erzählraum aus Pflanzenmaterial aus, dessen Farben und Stimmungen stets neu waren.

2014 fanden meine Ideen Anklang bei der Stadt Aachen und im Kennedy-Park (soziale Brennpunkt-Lage) gab es eine Erzählreihe mit Musik,  im Herbst mit Beteiligung von rost:Licht (www.rostlicht.de).

Seit Februar 2015 erzähle ich regelmäßig in der Aachener Sternwarte Geschichten von den olympischen Göttern.